Wenn das letzte Laub gefallen ist und der Garten in die Winterruhe geht, verschwindet bei vielen Hobbygärtnern der Spaten im Schuppen. Dabei beginnt genau jetzt eine der spannendsten Pflanzzeiten des Jahres. Die Baumschulen roden Rosen, Obstbäume, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Himbeeren aus dem Freiland und verschicken sie als sogenannte Wurzelware: ohne Topf, nur mit etwas feuchtem Material um die Wurzeln. Wer ein neues Rosenbeet, eine kleine Obstwiese oder eine Beerenhecke plant, pflanzt im Spätherbst besonders günstig und erfolgreich.

Wurzelnackte Pflanzen sind meist preiswerter als Containerware. Sie werden in einer deutlich größeren Sortenvielfalt angeboten und haben ein natürlich gewachsenes, kräftiges Wurzelwerk, das nie im Kreis um eine Topfwand wachsen musste. Plastikmüll fällt dabei auch nicht an. Der Haken: Nackte Wurzeln sind empfindlich. Ob die Pflanze im Frühjahr kräftig durchstartet oder eine Saison lang kümmert, entscheidet sich in den ersten Tagen und bei der Vorbereitung des Bodens.

Warum gerade im November pflanzen?

Eine Pflanze in der Winterruhe hat ihre Blätter abgeworfen und verdunstet kaum noch Wasser. Unter der Erde ist sie aber keineswegs untätig. Der Boden kühlt viel langsamer ab als die Luft und bleibt in vielen Regionen Europas bis weit in den November hinein warm genug für Wurzelwachstum. Eine jetzt gepflanzte Rose oder ein Apfelbaum nutzt diese Zeit, um sich zu verankern und feine Saugwurzeln zu bilden. Im Frühjahr ist die Pflanze dann bereits mit dem Boden verbunden und muss nicht bei null anfangen.

Ruhende Gehölze verfügen außerdem über Energiereserven. Wie der Beratungsdienst der Oregon State University erklärt, speichern Bäume, die im Ruhezustand gerodet und gepflanzt werden, Kohlenhydrate in ihren Wurzeln. Diese Reserven treiben im folgenden Frühjahr das Wachstum an. Dieselbe Quelle räumt aber auch ein, dass in kälteren Lagen das zeitige Frühjahr die sicherere Wahl sein kann. Die Faustregel lautet daher: Gepflanzt wird, solange der Boden weder gefroren noch staunass ist. Auf schwerem, im Winter dauerhaft nassem Lehm oder bei bereits eingesetztem Dauerfrost lagern Sie die Pflanzen geschützt ein und setzen sie im Spätwinter. Die Royal Horticultural Society nennt für Rosen dasselbe Zeitfenster: ab dem Laubfall im Herbst oder vom Spätwinter bis zum Frühjahr, aber nie in gefrorenen Boden.

Der Umgang mit Wurzelware: Die ersten 48 Stunden zählen

Die feinen Wurzelhaare, über die eine Pflanze Wasser und Nährstoffe aufnimmt, sind äußerst empfindlich. Die Oklahoma State University warnt, dass schon ein kurzer Kontakt mit trockener Luft sie absterben lassen kann. Packen Sie die Lieferung deshalb an einem kühlen, geschützten Ort aus und lassen Sie die Wurzeln nie in Wind oder Sonne liegen, während Sie das Pflanzloch graben.

Vor dem Pflanzen stellen Sie die Wurzeln für ein bis zwei Stunden in einen Eimer Wasser, damit sie sich vollsaugen können. Das ist auch der ideale Moment für einen biologischen Startvorteil: Geben Sie den Hortulani Mehrzweck-Wurmkompost-Extrakt nach Dosierangabe auf dem Etikett ins Wasser. Die Huminstoffe und lebenden Mikroorganismen des Extrakts umhüllen die Wurzeln, noch bevor diese die Erde berühren. Können Sie nicht innerhalb von ein, zwei Tagen pflanzen, schlagen Sie die Pflanzen ein: Legen Sie sie schräg in einen flachen Graben an einer geschützten Stelle und bedecken Sie die Wurzeln mit feuchter Erde. So halten sie problemlos mehrere Wochen.

Das Pflanzloch: lieber breit als tief

Der häufigste Fehler bei Wurzelware ist zu tiefes Pflanzen. Graben Sie ein Loch, das etwa doppelt so breit ist wie die ausgebreiteten Wurzeln, aber nur so tief wie nötig. Am Stamm erkennen Sie meist eine Erdmarke, die zeigt, wie tief die Pflanze in der Baumschule stand. Daran orientieren Sie sich. Formen Sie in der Mitte einen kleinen Erdhügel, breiten Sie die Wurzeln darüber aus und schneiden Sie beschädigte Wurzelspitzen glatt ab.

Bei Rosen gehört die Veredelungsstelle, die Verdickung zwischen Sorte und Unterlage, auf Höhe der Erdoberfläche. Die RHS bringt ein zu tiefes Eingraben mit einem höheren Risiko für Triebsterben in Verbindung. Bei Obstbäumen muss die Veredelungsstelle dagegen deutlich über dem Boden bleiben. Sonst bildet die Edelsorte eigene Wurzeln, und die wuchsbremsende Wirkung der Unterlage geht verloren. Eine Ausnahme sind Schwarze Johannisbeeren: Sie setzt man einige Zentimeter tiefer, damit sie kräftig aus der Basis austreiben.

Mischen Sie den Aushub mit reifem Kompost, idealerweise mit eigenem Kompost aus dem Hortulani BioComposter. Füllen Sie das Loch aber nicht ausschließlich mit Kompost. Wurzeln, die eine weiche, nährstoffreiche Tasche vorfinden, bleiben gern darin, statt den umliegenden Boden zu erschließen. Ersetzen Sie eine alte Rose durch eine neue, denken Sie an die Bodenmüdigkeit. Wählen Sie entweder einen neuen Standort oder tauschen Sie, wie die RHS empfiehlt, die Erde im Pflanzbereich gegen Erde aus einem anderen Gartenteil aus.

Das Bodenleben füttern, nicht die Triebe

Im Herbst haben schnell wirkende, stickstoffreiche Dünger nichts im Beet zu suchen. Sie fördern weiches Wachstum, das der erste Frost zerstört. Was ein frisch gepflanztes Gehölz stattdessen braucht, ist ein lebendiger Boden rund um die Wurzeln. Die meisten Gartenpflanzen gehen eine Partnerschaft mit Mykorrhizapilzen ein. Die RHS beschreibt diese Pilze als Verlängerung des Wurzelsystems. Sie erschließen Wasser und Nährstoffe, vor allem Phosphor, und erhalten dafür Zucker von der Pflanze. Ihre Pilzgeflechte stabilisieren zudem die Bodenstruktur und machen Pflanzen widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Stress.

Deshalb empfehlen wir, frisch gesetzte Pflanzen mit einem biologischen Präparat statt mit Mineraldünger anzugießen. Für Rosen bringt der mikrobiologische Rosendünger von Hortulani nützliche Mikroorganismen direkt in den Wurzelbereich, solange der Boden noch warm genug ist, damit sie sich ansiedeln können. Für Obstbäume und Beerensträucher übernimmt der Mehrzweck-Wurmkompost-Extrakt diese Aufgabe. Füllen Sie das Loch zu zwei Dritteln, schlämmen Sie die Erde mit reichlich Wasser ein, füllen Sie den Rest auf, treten Sie leicht an und gießen Sie erneut.

Mulchen, anbinden, schützen

Zum Schluss legen Sie einen Ring aus Kompost oder Laubkompost um die Pflanze und halten dabei eine Handbreit Abstand zum Stamm. Die Mulchschicht hält den Boden länger warm und feucht und versorgt die Regenwürmer den ganzen Winter über mit Futter. Obstbäume binden Sie auf der Wetterseite niedrig an einen Pfahl, damit Winterstürme die Wurzeln nicht lockern. Wo nötig, schützt eine Manschette vor Wildverbiss. In rauen Lagen häufeln Sie die Rosenbasis zusätzlich mit Erde oder Kompost an.

Zusammenfassung: Ihre Checkliste für Wurzelware

Die Pflanzsaison für wurzelnackte Gehölze reicht vom Laubfall bis zum Bodenfrost und erneut vom Spätwinter bis zum Austrieb. Halten Sie die Wurzeln ab der Lieferung feucht, wässern Sie sie vor dem Pflanzen und graben Sie breit statt tief. Rosen setzen Sie mit der Veredelungsstelle auf Bodenhöhe, Obstbäume mit der Veredelungsstelle darüber. Verbessern Sie den Boden mit Kompost, ohne eine weiche Tasche zu schaffen, verzichten Sie auf schnellen Stickstoff und geben Sie den Wurzeln lebendige Partner. So eingewurzelte Pflanzen wachsen über den Winter still an und starten im Frühjahr kraftvoll durch.

Planen Sie in diesem Monat ein Rosenbeet, eine Obstwiese oder eine Beerenhecke? Lassen Sie die Natur für sich arbeiten. Entdecken Sie unsere mikrobiologischen Dünger und Wurmkompost-Extrakte auf hortulani.eu und schenken Sie Ihren neuen Pflanzen den lebendigen Boden, den sie für einen starken Start brauchen.